Besetzung FU Berlin/AG/Öffentlichkeitsarbeit

Aus Orga-Wiki zum Bildungsstreik 2009

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Die AG Öffentlichkeitsarbeit befindet sich im Hörsaal 1A in der Ecke vor dem großen Fenster.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] 09.01.10 Bitte um Richtigstellung in Campusleben

Artikel

Sehr geehrte Redaktion von Campusleben,

hiermit möchten wir Sie um eine Richtigstellung Ihres Artikels "Anwesenheitspflicht in Lehrveranstaltungen zunächst bis Ende des Semesters ausgesetzt" bitten.

1. Dass die Aussetzung der Answesenheitspflicht primär eine Wohltat des Akademischen Senates (AS) sei, um den streikenden Studierenden "einen erfolgreichen Semesterabschluss" zu gewährleisten, ist schlichtweg nicht korrekt. Dieser Beschluss des AS resultiert aus einem Vorschlag des Runden Tisches, der überhaupt erst als Reaktion auf die Besetzung des Hörsaals 1A entstanden ist. Somit ist die Aussetzung der Anwesenheitspflicht nicht zuletzt ein Ergebnis des Bildungsstreiks. Abgesehen davon erleichtert die Aussetzung der Anwesenheitspflicht nicht nur das Studium der streikenden Studierenden, sondern das aller Studierenden.

2. Außerdem gilt der Beschluss des Akademischen Senats nicht bis zum Ende des Semesters, sondern bis entweder ein neuer Beschluss gefasst wird oder die Satzung für allgemeine Prüfungsangelegenheiten (SfaP) überarbeitet wird.

3. Der runde Tisch ist zwar vom Akademischen Senat legitimiert, doch wurde dies erst durch die Besetzung des Hörsaals 1A initiiert. Wir wollen hier nochmals deutlich hervorheben, dass es den runden Tisch erst seit und wegen der zunehmenden Proteste der Studierenden im Wintersemester 09/10 gibt.

Wir finden es interessant, dass Frau Keitel-Kreidt den Beschluss unterstützt, da sie bisher sehr wenig mit Studierenden gesprochen hat. Die fehlende Gesprächsbereitschaft des Präsidiums wurde auch im Gespräch mit Kanzler Peter Lange am Donnerstag, den 07.01.10, angesprochen.

Mit freundlichen Grüßen, AG Öffentlichkeit des besetzten Hörsaals 1A

[Bearbeiten] 11.01.09 Antwort von Campusleben

Sehr geehrte Damen und Herren der AG Öffentlichkeit,

danke für Ihre Mail zu dem Artikel in campusleben.

Zu Ihrem Punkt 1: In dem Artikel wird nicht gesagt und nicht impliziert, dass die Aussetzung der Anwesenheitspflicht eine Wohltat des Akademischen Senats gewesen ist. Im Artikel heißt es: "Der Runde Tisch, der auf Vorschlag des Präsidiums vom Akademischen Senat beauftragt wurde, sich mit den Forderungen des Streiks inhaltlich eingehend zu befassen, hatte die Anwesenheitspflicht bei seinen ersten Sitzungen zum zentralen Thema gemacht."

Zu Ihrem Punkt 2: Wie von Ihnen geschrieben, gilt der Beschluss des Akademischen Senats solange bis der AS eine Neufassung der SfAP erlässt oder ein abweichender Beschluss gefasst wird. In dem Artikel wird in der Überschrift und im Text darauf hingewiesen, dass die Anwesenheitspflicht "zunächst bis Ende des Semesters" ausgesetzt wird. Das bedeutet nicht, dass die Aussetzung der Anwesenheitspflicht Ende des Semesters endet. Insofern sehen wir keinen Grund, die Formulierung zu ändern. Sollte sich eine neue Regelung ergeben werden wir darüber berichten.

Zu Ihrem Punkt 3: In dem Artikel wird über den Runden Tisch neutral gesagt "…der vom Akademischen Senat eingesetzt ist, um die von den Studierenden im Bildungsstreik formulierten Forderungen zu behandeln." Damit ist Ihrem Wunsch eigentlich bereits entsprochen. Weitere Interpretationen sind den Lesern und Leserinnen überlassen.

Campusleben wird weiterhin über den Runden Tisch berichten, und wir freuen uns, wenn wir dabei auch kritisch begleitet werden.

Beste Grüße

Stephan Töpper


Stephan Töpper Freie Universität Berlin Kommunikations- und Informationsstelle Zentrale Online-Redaktion Kaiserswerther Str. 16-18 14195 Berlin Tel.: +49 30 838-731 94 Fax: +49 30 838-731 97 E-Mail: stephan.toepper@fu-berlin.de Web: www.fu-berlin.de

www.fu-berlin.de/campusleben Das Online-Magazin der Freien Universität Berlin

[Bearbeiten] Pressemitteilung 26.11

++ Erfolgreiche Vollversammlung an der Freien Universität Berlin ++ Warnstreik der Stundentenwerker_innen ++

Die Vollversammlung der Freien Universität Berlin wurde heute am Donnerstag, den 26.11, spontan vom besetzten Hörsaal 1a in die Mensa II verlegt. Diese blieb heute aufgrund eines Warnstreiks der Beschäftigtenvertreter_innengewerkschaft ver.di und anderen Beschäftigten geschlossen. 120 Beschäftigte nahmen lautstark an dem Streik teil und verteilten Flyer, um über ihre Situation aufzuklären. Auch KiTa-Mitarbeiter_innen und Hausmeister_innen unterstützten die Aktion. Gegen eine Spende wurde ein "politisch alternatives Essen", in Zusammenarbeit mit dem AStA, gegen eine kleine Spende angeboten. Stundent_innen bauten aus Solidarität die Mensa kreativ für die Vollversammlung um. Es waren circa 850 Studierende anwesend, die sich über die Besetzung informieren wollten. Sie begrüßten die Streikenden Studentengewerkschaftsarbeiter_innen mit einer stehenden Ovation. Ein Vertreter des Studentenwerks Mainz richtete einige Worte an die Versammelten. Anschließend stellten die einzelnen Arbeitsgruppen sich und ihre Arbeit kurz vor. Interessierte brachten sich nach der Vollversammlungen in die vorgestellten AGs ein.

Außerdem wird für den heutigen Donnerstag das Otto-Suhr-Institut für Politik- und Sozialwissenschaften zur Warnung bestreikt. Die Nebenflügel des Instituts, in denen sich die Räume der Professor_innen befinden, wurden mit Ketten vesperrt, so dass die Professor_innen nicht ihrer geregelten Forschungsarbeit nachgehen konnten. Die professoralen Assistent_innen, akademischer Mittelbau genannt, und die Student_innen der Politikwissenschaften konnten trotzdem wie gewohnt das Gebäude betreten. Um 16 Uhr fand ein Streikplenum statt.

Rund 90 Medizinstudent_innen der Charité Berlin halten seit Mittwoch, den 25.11, die Bibliothek des Campus Charité Mitte besetzt. Die Studierenden kritisieren die soziale Selektion, die daraus resultiert, dass die Bücherbestände der Bibliotheken zusammengekürzt werden und Geld für die teure Fachliteratur von Student_innen selten ausgegeben werden kann. Auch das Studienangebot leidet unter den Stellenkürzungen des Lehrkörpers.

Am 25.11 holte eine Delegation der Besetzer_innen aus dem Hörsaal 1a das Wandertransparent aus Salzburg von der Fachhochschule Potsdam. Es wird einige Tage an prominenter Stelle an der Fassade der Freien Universität hängen. Auf dem Wandertransparent steht "Free Uni" und das Logo des Bildungsstreiks in Österreich ist abgebildet. Seit mehreren Wochen wird es von den besetzten Universitäten weitergereicht um symbolisch die Einheit der Forderungen darzustellen.

Am Montag, den 23.11, holten Vertreter_innen der Arche Berlin eine Sachspende der Besetzer_innen bestehend aus 30 Kartons mit Weihnachtskalendern ab. Diese wurden von den Studierenden im Rahmen der Forderung nach einer werbefreien Universität gesammelt.

AG-Öffentlichkeitsarbeit der FU Berlin

Weitere Infos zum Bildungsstreik unter www.bildungsstreik-berlin.de www.bildungsstreik2009.de

Kontakt: E-Mail: fuberlinbrennt@gmail.com Homepage: bildungstreik-berlin.de / unsereunis.de Twitter: fubrennt Facebook: Fu BrenntPresse

[Bearbeiten] Wochenbericht

Die FU Besetzung seit dem Wochenende..Was bisher geschah.

Nach einem entspannten Wochenenende und Montagvormittag mit konstruktiver AG-Arbeit und anregenden Aktionen, sprengte das Abendplenum alle zeitlichen Rekorde: Die Berliner Archäologiestudenten_innenvereinigung DASV e.V. stellte die Anfrage, ob sie am nächsten Wochenende die studentisch organisierte Berufsmesse Archaeoworks im besetzten Hörsaal veranstalten könnte. Das Plenum der Besetzer_innen beschloss, die Veranstaltung zu dulden, unter der Bedingung, sich in den besetzten Räumen frei bewegen zu dürfen. Zentral, nach einer weiteren fünfstündigen, (!) angeregten Diskussion entstanden, ist die Formulierung, Konkretisierung und Aktualisierung unsere Forderungen zum Bildungsstreik.

Am Dienstag war es endlich so weit, die offizielle Bildungsstreikwoche an der FU wurde mit einer morgendlichen Pressekonferenz eingeleitet, in welcher wir in Zusammenarbeit mit den Besetzer_innen der HU, der TU, der ASH, Beuth Hochscbule für Technik, Kath. Hochschule für Sozialwesen, Uni Potsdam sowie Vertreter_innen der IG BAU und Ver.di der Presse unsere Anliegen deutlich machen konnten. An der großen, bunten Demo quer durch Berlin beteiligten sich 15.000 Schüler_innen, Student_innen und Sympathisant_innen. Die FU war mit einem stimmungsmachenden Lauti, einer Lehramts-Elitearmee, Bildungszombies und einem Bunten Block dabei. Scharf verurteilen wir die polizeilichen Übergriffe auf dieser von Demonstrantenseite friedlichen Demo. In einer Solidaritätserklärung spricht sich das Besetzer_innenplenum der FU polizeiliche Übergriffe und Repression gegen die Student_innen und Schülerproteste aus.

Nach der Demo als Auftakt der Bildungsstreikwoche, Mittwochs, stellte sich die studentische Vollversammlung der FU - mindestens 700 Student_innen!- die Frage, wie es nun an der FU weitergehen werde: Mit überwältigender Mehrheit wurde die Besetzung für unbestimmte Zeit weiterzuführen beschlossen. Sitzung des akademischen Senats gegen 15.00 verlief für die Studierendenvertreter und anwesenden Besetzer_innen enttäuschend: Alle studentischen Anträge wurden vertagt.

Derweil funktioniert aber die Vernetzung unter den besetzten deutschen Unis immer besser: Die Nachricht, dass FU-Präsident Dieter Lenzen Berlin verlässt, um das Präsidentenamt an der Uni Hamburg zu übernehmen, mobilisiert in Hamburg die Student_innen. Unter dem Motto Lenzen-No Go! sprechen sie sich gegen unseren autoritären, lobbyistischen Präsidenten als neues Oberhaupt der Uni Hamburg aus. Ein Vertreter der Initiative Lenzen-Not My President reiste daraufhin nach Hamburg um sich auszutauschen.

Am heutigen Donnerstagabend werden wir das erste Mal Gelegenheit haben uns direkt mit unseren Dozierenden, die allesamt zum Abendplenum eingeladen wurden, über die aktuelle FU-Politik und unsere Forderungen auszutauschen. Neber der bildungs- und hochschulpolitischen Arbeit ist auch kulturell einiges los: Am Dienstag hat uns Kitty Solaris einen musikalischen Besuch abgestattet, am Mittwochabend war Kat Frankie da, am Freitagabend wird uns die famose Kleingeldprinzessin beehren. Für Samstagabend ist ein Poetry Slam angedacht. Wenn noch jemand tolle Ideen und Vorschläge für das kulturelle Programm hat oder Workshops anbieten will, dann meldet euch bitte!

fuberlinbrennt@gmail.com

[Bearbeiten] PM: Pressekonferenz

Berlinweite Pressekonferenz zum Bildungsstreik

Protestierende in Berlin und Potsdam demonstrieren Geschlossenheit

Gestern Morgen fand im besetzten Hörsaal 1A der Freien Universität Berlin eine berlinweite Pressekonferenz im Rahmen des Bildungsstreiks statt. Auf der Veranstaltung wurde über den Stand der Besetzungen, Forderungen und geplante Aktionen berichtet. Die Vertreter_innen fanden deutliche Worte, um den Mangel an tiefergehendem Verständnis und Handlungsbereitschaft an den zuständigen Stellen zu verurteilen.

An der Informtionsveranstaltung nahmen Studierende der Alice-Salomon-Hochschule, der Beuth Hochschule für Technik, der Katholischen Hochschule für Sozialwesen, der Uni Potsdam und der drei großen Berliner Universitäten TU, HU und FU teil. Außerdem waren Mitglieder der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di (Studentenwerk) und der IG BAU anwesend.

Seit mittlerweile mehr als zwei Wochen ist das Audimax der Universität Potsdam von Studierenden besetzt. Deren Vorreiterrolle für die folgenden Proteste in der Region Berlin-Brandenburg wurde in diesem Zusammenhang hervorgehoben. Im Laufe der vergangenen Woche zogen die drei großen Berliner Universitäten und die ASH nach; am Montag wurde auch an der BHT beschlossen, einen Hörsaal zu besetzen.

In der Folge verständigten sich die Aktiven des Bildungsstreiks in ausdauernden Diskussionen auf erste Grundsätze. Eine Besetzung ist kein Vergnügen, darin waren sich die Betiligten einig. Verbunden mit den Besetzungen sind Forderungen, die auf eine Verbesserung der spezifischen Probleme an den jeweiligen Bildungseinrichtungen abzielen.

Hauptanliegen der Pressekonferenz war jedoch, gemeinsam ein Zeichen im Kampf für eine grundlegende Veränderung des Bildungssystems zu setzen, auch im Namen der Schüler_innen, die bei dem Gespräch nicht anwesend waren. So ähnelten sich auch die Forderungen der einzelnen Sprecher_innen im Kern: Mehr öffentliche Mittel für Bildung, selbstbestimmtes Lernen, demokratische Mitbestimmung der Rahmenbedingungen und gleiche Zugangschancen für alle.

In einem sind sich die besonders Sprecher_innen einig: das Kompetenzgerangel unter den Verantwortlichen muss aufhören. Bisher war es nur bei Willensbekundungen geblieben.

Unterdessen hatte Bildungsministerin Schavan am vergangenen Mittwoch gegenüber dem SWR eingeräumt, viele gute bildungspolitische Reden machten noch nicht gute Bildungs-und Wissenschaftspolitik: „Wir müssen den jungen Leuten auch zeigen, dass wir das ernst meinen.“ Noch im Juni hatte sie die Auflehnung der Studierenden als „gestrig“ bezeichnet. Ein Vertreter der Bestzer_innen an der FU distanzierte sich von Äußerungen Schavans in diesem Interview, die die aktuellen Proteste indirekt als Folge einer zaghaften Umsetzung der auf dem Bildungsgipfel im Herbst 2008 anvisierten Ziele beschreiben, ohne auf deren Forderung nach mehr Selbstbestimmung und Freiraum einzugehen.

Im Anschluss an die Pressekonferenz startete um 11.00 vor dem Roten Rathaus die berlinweite Bildungsstreik-Demonstration, an der laut Schätzungen der TAZ 12.000 teilgenommen haben.

In ganz Deutschland und Frankreich, Österreich, Italien und der Schweiz fanden parallel dazu weitere Demonstrationen und Protestaktionen statt, bundesweit gingen mehr als 85.000 Menschen auf die Straße.

Nach der Demonstration kam es in zahlreichen weiteren Städten zu Besetzungen.

[Bearbeiten] Redebeitrag Demo 17.11. Fu Lauti

Liebe Studierende, Schüler und Schülerinnen, Erzieher und Erzieherinnen, Dozenten und Dozentinnen, Beschäftigte des Studentenwerkes und alle anderen, die es geschafft haben heute hier her zu kommen,

vielen dank, dass ihr hier seid und den bundesweiten Bildungsstreik unterstützt.

Ich hoffe, ihr wisst bereits, dass der HS1a in der Silberlaube in Dahlem besetzt wurde. Warum? Die Studenten, die letzte Woche Mittwoch bei der VV waren, sahen sich nicht mehr in der Lage mit den üblicheren Methoden des Protestes ihren Forderungen Gehör zu verschaffen. Die Besetzung des Hörsaals diente uns als Mittel, die Unileitung, sowie Bildungssenatoren und -Minister mit den Missständen im Bildungssystem zu konfrontieren. Außerdem gibt es uns Studierenden den Raum über eine andere Uni zu diskutieren.

Zentrale Probleme liegen auf der Hand: überfüllte Seminare, Anwesenheitskontrolle, Leistungsdruck und soziale Selektion. Weitere Probleme treffen individuell auf Institute und Fachbereiche zu. So unterschiedlich die Wünsche der einzelnen auch sein mögen, haben wir es doch geschafft einen Forderungskatalog aufzustellen. Dieser legt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und befindet sich in ständiger Entwicklung. Unsere vorläufigen Forderungen haben wir in folgende Bereiche gegliedert: Verbesserung der Lehr- und Lernqualität Selbstbestimmtes Studium, Solidarität zwischen Studierenden und Beschäftigten und freie Bildung, Demokratisierung der Hochschule, und schließlich mehr Geld für bessere Bildung und eine soziale Öffnung der Hochschulen, Konkret bedeutet das: Verkleinerung von Seminaren und Tutorien mehr Flexibilität bei der Auswahl von Lehrangeboten Abschaffung von Anwesenheitspflicht mehr Mitbestimmung in allen Gremien der akademischen Selbstverwaltung und bei der Überarbeitung der Ba-Ma Systems ein Master-Platzes für alle keine prekären Beschäftigungsverhältnisse an der Hochschule. Deswegen demonstrieren wir heute gemeinsam mit den Beschäftigten des Studentenwerkes, die gerade in Tarifverhandlungen sind. Die Reinigungskräfte haben ihren Streik schon mit Teilweisen Erfolgen abgeschlossen.

Nicht nur Studenten bemängeln das Bildungssystem, auch Schüler und Schülerinnen sowie Erzieher und Erzieherinnen üben Kritik. Der Protest ist nicht ein einzelnes, punktuell oder gar personifiziertes Problem, sondern ein flächendeckender Missstand, der jegliche Bereiche der heutigen Bildung betrifft. Angefangen hat der Protest in Österreich. Jetzt sind auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern mehrere Dutzend Unis besetzt.

Und was tun Bildungsministerin Schavan, Bildungssenator Zöllner und FU-Präsident Lenzen? Sie schieben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe und behaupten nebenbei auf der gleichen Seite wie die Studenten zu stehen.

Dabei ist gerade Dieter Lenzen daran Schuld, dass die Forderungen aus dem Bildungsstreik im Sommer noch nicht umgesetzt sind. Er ist mit verantwortlich für die Strenge der Umsetzung der Bachelor-Master Reform und die ständige Verschlechterung der Studienbedingungen an der FU. Demokratische Strukturen der akademischen Selbstverwaltung und Lehrpersonal werden abgebaut, Studiengänge abgeschafft und gleichzeitig bekommt Lenzen immer mehr Zuständigkeiten. In der Presse wird er als einer der besten „Hochschulmanager“ gefeiert. Dass Bildung und ihre Institutionen unabhängig von wirtschaftlichen Interessen sein sollten wird dabei geflissentlich vergessen. Eine Kommunikation zwischen Lenzen und den Studierenden gab es trotz vielseitiger Bemühungen von unserer Seite seit rund vier Jahren nicht mehr. Auch zu der Besetzung gab es keine Stellungnahme von ihm. Letzten Freitag gab es eine Diskussion mit dem Kanzler Peter Lange, auch diese blieb ohne konkrete Ergebnisse.

Solange unsere Forderungen nicht erfüllt sind, wird der Bildungsstreik weitergehen. Wir werden weiter Hörsäle besetzten, weiter demonstrieren und protestieren.

„Wir sind gekommen um zu bleiben“

[Bearbeiten] Pressemitteilung vom 13.11.

Pressemitteilung

FU Berlin: Studierende stellen Kanzler zur Rede Besetzung dauert an +++ Präsidium unterbindet TV-Berichterstattung

Seit Mittwoch halten Studierende der Freien Universität den Hörsaal 1A der Silberlaube besetzt. Nach intensiven Diskussionen einigten sie sich auf erste Leitlinien für verbesserte Lehr-und Lernbedingungen. Heute morgen konfrontierten sie den FU-Kanzler Peter Lange mit ihren Vorstellungen.

Die Protestaktion hatte am Mittwoch begonnen, als sich die Mehrheit der etwa 600 Studierenden, die dem Aufruf zu einer Vollversammlung gefolgt waren, für eine Besetzung aussprachen. Vizepräsidentin Lehmkuhl gab sich in einer Gegenüberstellung gesprächsbereit und kündigte an, die Besetzung vorerst zu dulden.

Im folgenden Diskussionsprozess verständigten sich Teilnehmenden auf erste Grundsätze: Sie fordern die Verbesserung der Lehr-und Lernqualität, ein selbstbestimmtes Studium, die Demokratisierung der Hochschule, Solidarität und freie Bildung, mehr Geld für eine bessere Bildung und die soziale Öffnung der Hochschule. Diese Grundsätze wurden im Plenum um konkrete Forderungen an die Unileitung und politisch Verantwortliche ergänzt.

Unterdessen musste der Nachrichtensender N24 auf Weisung der Unileitung Filmaufnahmen abbrechen. Die etwa 120 Anwesenden kritisierten diese Einschränkung der Pressefreiheit beim allabendlichen 18-Uhr-Plenum scharf.

Am Freitag Morgen fand im Hörsaal ein Gespräch der Besetzer_innen mit dem Kanzler der Freien Universität, Peter Lange, statt, in dessen Verlauf die Studierenden den Kanzler mit ihren Forderungen konfrontiert haben. Der Kanzler äußerte Verständnis für einige Anliegem der Studierenden, verteidigte aber die autokratischen Entscheidungsstrukturen der FU. In einer Resolution hat sich das Plenum am Abend mit anderen Besetzungen und Protestaktionen im Rahmen des Bildungsstreiks solidarisch erklärt, um das gemeinsame Anliegen zum Auszdruck zu bringen.

Für das Wochenende planen die Aktiven verschiedene Workshops und bereiten sich auf die große Demonstration in der Innenstadt am Dienstag, den 17.11., vor.

[Bearbeiten] Statement zur Plattform www.bildungsstreik-berlin.de

Auf www.bildungsstreik-berlin.de wurde gestern Nacht ein Artikel mit dem Titel "Was machen wir mit den Linken" veröffentlicht, in dem kritisiert wurde, "die Linken" würden den Bildungsstreik für ihre Ziele instrumentalisieren.

Die Seite www.bildungsstreik-berlin.de ist aus Sicht der Presse-und Öffentlichkeitsarbeits-AG der FU eine Repräsentationsplattform, ein PR-Instrument des Berliner Bildungsstreiks. Die Beiträge, die auf dieser Seite veröffentlicht werden, werden unter dem Label „Bildungsstreik“ wahrgenommen. Deshalb ist es aus unserer Sicht untragbar, wenn auf dieser Seite jede_r, der Lust darauf hat, unter einem eigenen oder einem Gast-Account Beiträge veröffentlichen kann, ganz unabhängig davon, ob die Kritik, die in besagtem Beitrag geäußert wird, berechtigt ist oder nicht. Unserer Meinung nach sollten auf dieser Repräsentationsplattform keine Beiträge veröffentlicht werden, die einem breiten Konsens der bisher im Bildungsstreik Aktiven und dem inhaltlichen Konsens des Berliner Koordinierungstreffens widersprechen. Dies ist bei der gegenwärtigen, komplett offenen Gestaltung der Seite nicht gewährleistet. Wir regen daher an, diese Funktion zu ändern und evtl. in die Hände der jeweiligen Vernetzungs- und/oder Presse-AGs gegeben wird. Dies schließt nicht unbedingt aus, dass zusätzlich ein Forum zur offenen Diskussion solcher Probleme geschaffen und verlinkt wird.

Team Presse-und Öffentlichkeitsarbeit Fu Berlin

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[Bearbeiten] FU Brennt! Tag 2

Nach dem im Laufe des Mittwoch zunächst der HS 1a der FU-Berlin, die LGF und später das Audimax der HU besetzt wurden, sah es gegen Abend so aus als ob die HU geräumt wurde. Doch die massive Polizeipräsenz und die Repression von Seiten des Sicherheitsdienstes und der Polizei konnten die Besetzer_innen nicht davon abbringen, den gewonnenen Freiraum zu halten.

Heute wurde an der TU-Berlin im Anschluss an die Vollversammlung ebenfalls das Audimax besetzt. Auch dort fand ein erstes Plenum statt; wie an den anderen Unis bildeten sich Arbeitsgruppen. Die Besetzung wird wie an der FU vorläufig durch das Präsidium geduldet.

Zur Zeit sind europaweit über 34 Unis besetzt. Diese Zahl wächst trotz der polizeilchen Räumungen in Deutschland stetig.

Für Morgen ist um 8:30 ein Gespräch mit dem Kanzler der FU-Berlin im HS 1a angesetzt. Dabei werden erneut verschiedene TV-und Pressevertreter_innen anwesend sein. Einen kurzen Eindruck vom enormen Pressecho bieten die folgenden Links:

[Bearbeiten] Pressemitteilung vom 11.11.

FU Berlin: Hörsaal besetzt

600 Studierende fordern bessere Bildungsbedingungen

Der Bildungsstreik an der FU geht weiter: Auf der heutigen Vollversammlung bekräftigten über 600 Studierende ihre Forderung nach einer grundlegenden Verbesserung der Studienbedingungen an der FU und des gesamten Bildungssystems. Am Ende entschlossen sie sich, den Hörsaal zu besetzen.

Seit vergangenem Donnerstag haben Studierende im Foyer der Silberlaube an der FU Berlin ihre Zelte aufgeschlagen. Mit der Aktion wollten sie im Rahmen des Bildungsstreiks auf die nach wie vor unverbesserten bildungspolitischen Rahmenbedingungen an ihrer Uni und darüber hinaus aufmerksam machen. Zur Vollversammlung kamen schließlich ca. 600 Menschen. Anwesend waren auch Vertreter_innen der Unis Potsdam und Wien, die seit mehreren Tagen besetzt sind, sowie Vertreter_innen des Streiks der Gebäudereiniger_innen und der Beschäftigten des Studentenwerks. Sie ermutigten die Anwesenden, dem Beispiel zahlreicher Hochschulen zu folgen und den Protest fortzusetzen. Teilnehmer_innen kritisierten mangelnde Ausfinanzierung des Bildungssystems und fehlende demokratische Mitbestimmungsmöglichkeiten und sprachen sich für einen freien Zugang zu einem selbstbestimmten Studium aus. Immer wieder betont wurde die Solidarität den laufenden Besetzungen in Deutschland und Österreich. Die große Mehrheit der Anwesenden stimmte für eine Besetzung des Hörsaales 1 A in der Silberlaube. Ziel der Besetzung ist einerseits, eine nachhaltige Diskussion der Lehr-und Lernbedingungen an der Basis der Studierenden und Beschäftigten anzustoßen, andererseits den Druck auf die Verantwortlichen zu erhöhen. Der Bildungsstreik hatte im vergangenen Juni mit massiven Protesten in ganz Deutschland begonnen. Für den 17. November sind bundesweit Demonstrationen geplant.

Weitere Infos zum Bildungsstreik unter

www.bildungsstreik2009.de

[Bearbeiten] ToDo

  • Presseschau:
  • aktualisieren (online)
  • artikel ausdrucken, aufhängen
  • artikel verlinken
  • presseupdate auf plenum vorstellen, Stand an anderen Unibesetzungen
  • forderungen der studis der öffentlichkeit vermitteln (geschieht in der bisherigen pressear beit noch auf sehr halber flamme. kann man das ein bißchen höher drehen?) - dazu gehört auch argumentation/begründungen der studenten, vermittlung der dringlichkeit... (alles sachen, die sich losgelöst vom Hs1A nur schwer machen lassen, denke ich, aber bitte)

[Bearbeiten] ungeklärtes, fragen

- treffentermine? - eine studentin fragt hier an, wann ihr euch trefft (einfach "nur generell, wann ihr euch trefft..." - für anfragen dieser art gelten eigentlich die mail-kontaktadressen und das wiki, aber studentin hat schon mail geschickt und hat wohl noch keine antw. vielleicht könnte da jemand... - sie hat die mailadresse gestern abend hier hinterlassden -- abgek.: treffen orte/zeit?

- was ist mit max. max hat in der zweiten woche eine mail geschickt, daß er vorerst lieber in einer anderen ag mitmachen will, seitdem hat man ihn hier nicht mehr gesehen... weiß jemand, wo er ist? er wird u.a. wegen dem medienthema gesucht (drehverbote), er hat ein paar details, die der rest der gruppe nicht zu haben scheint

Persönliche Werkzeuge
Arbeitsgruppen Berlin