Archiv/WOW!!! HAMBURG 2 - HWP seit 8h am 23.11.2009 BESETZT! IM RAHMEN VON PROTEST GEGEN LENZEN!

Aus Orga-Wiki zum Bildungsstreik 2009
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Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei die Pressemitteilung zur Besetzung der ehemaligen Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) seit heute Morgen um 8:00 Uhr mit der bitte um Veröffentlichung:

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HWP schließt sich Lenzen Protest an

Mit 14 Ja, zwei Nein Stimmen und einer Enthaltung wurde am Freitag, 21.11.2009 Dieter Lenzen als neuer Präsident der Universität Hamburg gewählt. Der Akademische Senat traf seine Entscheidung im Geheimen, im Institut Desy in Hamburg-Bahrenfeld, nachdem nach heftigen Protesten eine Abstimmung im besetzten Audimax nicht stattfinden konnte. Der unter Ausschluss der Öffentlichkeit gewählte Universitätspräsident steht gegen die Forderungen der Studierenden, die Strukturen der ehemaligen Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) bei zu behalten. Die HWP steht für einen interdisziplinären Studiengang in den Wissenschaften Volkswirtschaftlehre, Betriebswirtschaftslehre, Soziologie und Jura. Der Erhalt der Interdisziplinarität ist neben dem offenen Hochschulgang, der es ermöglicht Menschen ohne Abitur nach einer Aufnahmeprüfung zu studieren, unbedingt Erhaltenswert um die Kritikfähigkeit der HWP festigen zu können. Der offene Hochschulzugang, der die Ausgrenzung von Kindern mit nicht akademischen Hintergründen überwindet und den klassischen zweiten Bildungsweg eröffnet, wird auch von den Studierenden des Bildungsstreikbündnisses mitgetragen. Die HWP AktivistenInnen sehen sich mit dem Bildungsstreikbündnis solidarisch und tragen deren Forderungen mit. Im Fokus steht die Wahl von Dieter Lenzen, der sich in seiner Vergangenheit als Präsident der FU Berlin als starker Reformer auszeichnete. Lenzens Vorbild von einer Universität sind amerikanische Hochschulen. Hierzu gehört eine strenge Vereinheitlichung der Verwaltungsstrukturen um Entscheidungen schneller und undemokratischer durchsetzen zu können.

Die HWP AktivistenInnen möchten sich gegen die Pläne von Dieter Lenzen, ihre Unabhängigkeit bewahren und sich nicht der marktorientierten Universitätsleitung unterwerfen. Die HWP steht für einen Meilenstein in der Hochschullandschaft und muss dringend bewahrt werden. Wir sehen unsere Protestaktionen als Weiterführung der vergangenen Proteste und fordern eine Umstrukturierung der HWP zu mehr Unabhängigkeit und Eigenständigkeit in Forschung und Lehre.

Die HWP AktivsitenInnen möchten auf den Beschluss in der Koalitionsvereinbarung vom 17.04.2008 zwischen der CDU und den Gründen/GAL hinweisen, nach dem der offene Hochschulzugang bewahrt werden soll und neue Professorinnen –und Professoren –Stellen nach besetzt werden sollen. Der Hamburger Senat hat seiner Vereinbarung nachzukommen und darf sich nicht gegen die Wähler stellen. Mit Dieter Lenzen könnte dies jedoch sehr schwer werden, da sich Dieter Lenzen schon in Berlin als Machtpolitiker auszeichnete, der sich nicht gerne ins eigene Geschäft reden lässt. So spielte er sich in Berlin gegen die Humboldt Universität auf, in dem er behauptete die alte Humboldt Universität sei die Mutter der FU Berlin.

Ebenso wurde im Vorfeld schon viel über die Zukunft der HWP geplant und diskutiert, wobei eine Auslagerung der einzelnen Fachbereiche schon der Weg frei gemacht wurde. Dieter Lenzen ist als knallharter Reformer hier genau der Richtige, wenn es nach der umstrittenen Wahl des akademischen Senats der Universität Hamburg geht.

Dieter Lenzen steht nach amerikanischem Vorbild für die Entdemokratisierung der Universität um eine Universitätsleitung nach Unternehmensvorbild zu schaffen die hierarchisch bestimmt wird. Eine Universität jedoch ist eine staatliche Einrichtung die nicht mit Unternehmen im kapitalistischen System verglichen werden darf. Eine Universität muss sich den individuellen Bedürfnissen ihrer Studierenden anpassen können und darf Studierende nicht allein auf ihre Leistungsfähigkeit beschränken. Undemokratische Führungsstrukturen sind hier fehl am Platze, da sich das Studium sonst zu einem Produkt für die Wirtschaft entwickelt, dass keiner kritischen Bildung mehr Bedarf.

Die HWP AktivistenInnen möchten auf diesen Missstand aufmerksam machen und beginnend mit einer Schließung der HWP am 23.11.2009 die Studierenden und die Bevölkerung aufklären um gemeinsam für eine starke HWP eintreten zu können.

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Bei Fragen können Sie sich gerne an den AStA-Wahlvorstand Michael Becker wenden:

Mobiltelefon: 0170 / 550 575 3 Mail: wahlvorstand-hwp@gmx.de


Mit freundlichen Grüßen

Roland Sieber

Arbeitsgruppen Berlin