Nachtraginfo zu kassel - seit dem 18.11. besetzt

Aus Orga-Wiki zum Bildungsstreik 2009
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  • Was ist überhaupt passiert?*

Am Mittwoch den 18.11. versammelten sich ca. 200 Studierende auf dem Platz der Verfassten Studierendenschaft (BIB Vorplatz), um für bessere Studienbedingungen zu demonstrieren. Dann gingen wir zu der Verwaltung, um unserem Präsidenten unser Forderungspapier zu überreichen. Auf dem Weg zum Präsidium schlossen sich noch viele Studierende dem Protestzug an, sodass 400 Personen in die Verwaltung drängten. Um einen Dialog mit allen Beteiligten zu ermöglichen, gingen wir in den HS1. Nach einer unbefriedigenden Diskussion beschlossen wir, im Hörsaal zu bleiben, um eine Plattform für unsere weitere Arbeit zu schaffen und Druck auf die zuständigen Stellen auszuüben. In den letzten Tagen haben wir sowohl inhaltlich, als auch an unserer Organisation gearbeitet und einen Rahmen geschaffen, in dem jeder und jede seine Anliegen vortragen kann. Täglich um 10.30 Uhr findet ein Morgenplenum statt, in dem Ideen und Anträge eingebracht werden können. Diese werden im Anschluss in Arbeitsgruppen bearbeitet. Im Nachmittagsplenum um 16.30 Uhr werden die Arbeitsergebnisse präsentiert und diskutiert. Diese basisdemokratische Struktur ermöglicht es jedem und jeder, eigene Vorstellungen einzubringen. Zusätzlich ist es jederzeit, auch außerhalb der Plenumszeiten, möglich, eigene Ideen schriftlich einzubringen. Alle Fragen, Ideen und Wünsche könnt ihr gerne auch an _vernetzung@asta-kassel.de_ <mailto:vernetzung@asta-kassel.de> senden. Diese Struktur hat es unter anderem ermöglicht, verschiedene Flyer und Positionspapiere zu entwerfen, die sich entweder an Studierende, SchülerInnen oder an die Allgemeinbevölkerung richten. Außerdem haben wir für eine breite Internetpräsenz gesorgt. Unsere Informationen erhaltet ihr beispielsweise unter: http://tinyurl.com/kasselbrennt, oder http://www.kritischeuni.deUnter anderem wurden auch verschiedene Aktionen (Demonstrationen, Aktionstheater) geplant und durchgeführt. Auch im Eingangsbereich hat sich seit Mittwoch einiges getan. Es gibt einen Informationstisch, Plakate der Arbeitsgruppen, und an einer Wand hängen unsere erarbeiteten Schriften und Presseberichte.

Unser Engagement hat in der kurzen Zeit schon viele Solidaritätsbekundungen hervorgerufen. Angefangen beim Zuspruch des Präsidiums mit dem Inhalt unserer Forderungen, über den Oberbürgermeister, der unsere Forderungen nach Wiesbaden tragen will, bis hin zu den Gewerkschaften und lokalen Politikern der Grünen und der SPD, die uns nicht nur mit Materialien zur Seite stehen, sondern auch unsere Sache unterstützen. Auch lokale Betriebe spenden Lebensmittel und andere Dinge, die uns einen erfolgreichen Protest ermöglichen sollen.


  • Was wollen wir?*

Wir fordern sowohl Verbesserungen auf Ebene unserer Universität, als auch bildungspolitische Verbesserungen auf Landes- und Bundesebene. In erster Linie fordern wir, dass dem Bildungssektor wesentlich mehr Geld zur Verfügung gestellt wird. Denn nur wenn hier mehr investiert wird, können die prekären Bildungs- und Beschäftigungsbedingungen verbessert werden und unsere Forderungen erfüllt werden.

? Wir fordern die Überarbeitung der modularisierten Studiengänge! Weniger Pflichtveranstaltungen, mehr freie Kurswahl und weniger Prüfungen.

? Wir fordern die Gebührenfreiheit unserer Bildung - Gegen Studiengebühren und alle sonstigen Bildungsgebühren.

? Wir fordern die Abschaffung aller Anwesenheitslisten! Diese geben, wenn überhaupt, nur Auskunft über die physische Anwesenheit und verschlimmern die angespannte Raumsituation.

? Wir fordern, dass mehr Personal, vor allem im Lehrbetrieb, eingestellt wird und die prekären Beschäfftigungsverhältnisse beendet werden.

? Wir fordern wirkliche Mitbestimmung in den Hochschulgremien durch Viertelparität.

? Wir fordern die Abschaffung der Zulassungsbeschränkungen durch die Schaffung von genügend Studienplätzen.

? Wir fordern die Vereinfachung der Studienorganisation und eine Vereinfachung der Onlineplattformen der Universität!

? Wir fordern die Freiheit der Forschung und Lehre, ohne die Einflussnahme der Industrie und Wirtschaft!

Alle Forderungen kannst du gerne Online nachlesen.


  • Wieso solltest du auch kommen?*

Der Protest formiert sich aus der gesamten Studierendenschaft und es liegen weder allgemeinpolitische Forderungen noch Einzelinteressen von Fachbereichen zugrunde. Es geht um unsere Bildung! Die Plenumssitzungen haben gezeigt, dass sich aus allen Fachbereichen Studierende an den Diskussionen beteiligen und damit zeigen, dass diese Probleme an der gesamten Universität existieren. Und wir in der Universität Kassel stehen nicht alleine da. An über 60 Universitäten sind Räumlichkeiten von AktivistInnen besetzt. Wenn du Ideen hast, Fragen loswerden möchtest oder einfach nur zeigen möchtest, dass es so nicht weiter gehen kann, dann besuche uns im HS1. Denn nur du kannst das Bildungssystem verändern!


  • Kontakte:*

Plenum täglich ab 10.30Uhr und ab 16.30Uhr http://tinyurl.com/kasselbrennt http://www.kritischeuni.de

Arbeitsgruppen Berlin